Ein Tag im Rollstuhl

Praxisschulung – einen Tag im Rollstuhl

Wir absolvierten ein Intensivseminar mit Herrn David Burger, Inhaber von Barrierefreie Immobilien. Herr Burger lehrte uns theoretisch und praktisch, auf welche Hindernisse und Lösungen es für Menschen mit Beeinträchtigung(en) im Alltagsleben ankommt. Damit wir alltägliche Dinge aus anderen Blickwinkeln als sonst er-leben können, haben wir uns nach der erkenntnisreichen theoretischen Einheit gleich selbst jeweils in einen Rollstuhl gesetzt.

Es war sehr erfahrungsintensiv für uns und wir können diese Eindrücke optimal in unserer täglichen Arbeit einsetzen. Beispielsweise sind doch schon in ettlichen öffentlichen Gebäuden barrierefreie WC-Anlagen gebaut worden. Doch wenn die Halterungen – um vom Rollstuhl auf die WC-Muschel zu wechseln – locker sind, dann ist das sehr gefährlich und hilft wieder nicht. Oder wir wollten in ein Gebäude mittels vorhandener Rampe und automatischer Türöffnung fahren. Doch leider schließt diese Glastüre nach ca. 3 Sekunden und schlug uns direkt auf den Arm. – Das ist wohl nicht barrierefrei, obwohl der Wille da ist.

Aus diesen Erfahrung nehmen wir uns mit, dass zwar schon einiges geplant wird, die Ausführung selbst aber das größte Hinderniss darstellt. Auch entscheidet ein halber Zentimeter bei einer Türschwelle, ob man weiterkommt oder nicht. 
Interessanterweise schenkte uns ein Baumeister Glauben, und sagte: …“Ah, dann ist es also doch so, dass wir auf die vorgeschriebene Türschwellenhöhe genau schauen müssen…“ – Wir sagen dazu: “JA, dass soll so sein!” Unglaublich, dass uns mehr geglaubt wird als den Menschen, die tagtäglich ihr Leben mit dem Rollstuhl oder Rollator meistern.

Unser Fazit, bes. für Menschen im Baugewerbe: Besuchen Sie so ein Barrierefrei-Seminar und Sie erleben, wie wichtig Normen und Funktionalität in den Bauausführungen sind. Sie bereiten dafür Menschen mit Beeinträchtigung(en) eine riesige Freude, die auf Sie sicher übergehen wird – wir dürfen das schon jetzt erleben :-).

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